3 Monate, 92 Tage, 2208 Stunden

3 Monate, 92 Tage, 2208 Stunden

Torsten Huith wagt nach vielen Überlegungen und Vorlaufzeit ein dreimonatiges Experiment im Selbstversuch. Erfahren Sie mehr dazu im Interview mit Sarah Somplatzki.

 

Dieser Sommer wird bei Dir anders aussehen als die Letzten. Warum?

Ich werde mir eine dreimonatige Auszeit nehmen (von Juli bis September). Das heißt drei Monate nicht ins Büro gehen, keine Beratungs- und Seminartermine, keine E-Mails, kein Handyempfang. Jedenfalls nicht in beruflicher Hinsicht.

 

Wie bist Du auf diese Idee gekommen?

Kann man mit vierzig schon mal machen (lacht). Ich habe das immer wieder mal gelesen oder auch von Lehrern gehört, die ein sogenanntes Sabbatjahr machen. Früher bin ich regelmäßig für 4 Wochen in die Ferne gereist, das ist mit einer Familie aber jetzt nicht mehr ganz so einfach. Ich denke gerade, wenn man kreativ arbeitet, ist es wichtig, sich ab und zu mit etwas komplett Anderem zu beschäftigen. Dabei braucht man nicht zwangsläufig Monate. Wochen oder Wochenenden sind dabei auch oft schon sehr hilfreich.

 

Wie glaubst Du wird diese Zeit aussehen?

Drei Mal um die Welt, jeden Monat einmal. Nein Spaß. Es ist wesentlich einfacher. Ich möchte mich drei Monate komplett anderen Dingen widmen und einfach Zeit haben: viel Musik machen, Wandern, Zeit mit meinem Sohn und meiner Familie verbringen, im Garten sein, Kurztrips unternehmen zum Beispiel nach Österreich, Plattenläden in Wien besuchen und auch ins Allgäu reisen, in meine alte Heimat.

 

Torsten_Huith-24Sich als selbstständiger Unternehmer drei Monate herausziehen. Geht das überhaupt?

Unter Selbstständigen ist da oft erst mal ein großes Fragezeichen. Denn es gibt viele, die schaffen es kaum eine Woche weg zu sein und wenn, dann nur mit Telefon. Es ist sehr viel zu organisieren und strukturieren. Es kostet sehr viel Zeit und Energie damit es gelingen kann, doch glaube ich an einen noch größeren Benefit.

 

Was musst Du alles vorbereiten?

Beruflich gesehen lege ich alle Termine so, dass sie nicht in diese Zeit fallen, wie z. B. die Seminare der wertvoll führen Reihe und die Beratungstermine mit Kunden. Das ist der einfachere Teil. Herausfordernder ist es alle Dinge, für die ich bei acht ideen verantwortlich bin, so zu delegieren, dass eine andere Person aus dem Team sie bearbeiten kann. Wir nennen es das Copilot-Prinzip. Damit wir das schaffen, haben wir jeden Monat eine Teamschulung, bei der die entsprechenden Themen durchgesprochen werden. Es geht auch nur, weil seit letztem Jahr Susanne Berchner mit im Team ist, die sich um viel Organisatorisches und die Verwaltung kümmert.

 

Was würdest Du jemandem empfehlen, der gerade überlegt eine Auszeit zu nehmen oder auch die ersten Schritte getan hat?

Eine lange Vorbereitungszeit. Nicht spontan zu sagen, ich mache das jetzt diesen Sommer. Lieber im Sommer 2017. Das ist das eine. Zweitens sich dabei Unterstützung holen und genau überlegen was geplant werden muss.

 

Was möchtest du gern am Ende über die Zeit sagen können?

Ich komme zurück in Etwas, das erfolgreich weitergelaufen ist. Vielleicht sogar noch etwas besser als wenn ich da gewesen wäre. Aber es soll ja auch gerade eine Zeit sein, die kein bestimmtes Ziel hat. Es soll ein bewusstes Abschalten sein. Mit viel neuer Inspiration.

By | 2016-04-28T14:24:00+00:00 April 28th, 2016|acht ideen, Aktuelles, Allgemein|Kommentare deaktiviert für 3 Monate, 92 Tage, 2208 Stunden